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Zeitarbeit in der Produktion: Warum „Montag anfangen, Dienstag produktiv sein" eine Illusion ist

Jeden Monat stehen neue Gesichter an der Linie. Leiharbeiter, Saisonkräfte, Aushilfen – sie sollen am ersten Tag produktiv sein. Aber die Realität sieht anders aus: Ohne standardisierte Einarbeitung entstehen Fehler, Stillstände und Frustration. Auf allen Seiten.

Das Versprechen, das niemand halten kann

Der Anruf vom Personaldienstleister kommt Freitagmittag: „Wir haben drei Leute für Montag." Der Schichtleiter atmet auf – endlich Verstärkung. Aber dann beginnt das eigentliche Problem.

Die drei neuen Kräfte sprechen unterschiedliche Sprachen. Sie kennen weder die Maschinen noch die Abläufe. Und die Person, die sie einarbeiten soll, hat selbst eine volle Schicht zu fahren.

Das Ergebnis: Statt Entlastung entsteht Mehrarbeit. Der Vorarbeiter erklärt dieselben Handgriffe zum dritten Mal in dieser Woche – und die Fehlerquote an der Linie steigt trotzdem.

Das ist kein Einzelfall. Es ist der Alltag in Produktionsbetrieben mit hoher Fluktuation und hohem Anteil an Zeitarbeit. Laut Bundesagentur für Arbeit waren 2023 durchschnittlich rund 796.000 Leiharbeitnehmende in Deutschland beschäftigt¹ – ein erheblicher Teil davon in der Fertigung.

Warum klassische Einarbeitung bei Zeitarbeit scheitert

Die Einarbeitung in der Fertigung basiert in den meisten Betrieben auf einem Prinzip: Ein erfahrener Mitarbeiter zeigt es dem neuen. Das funktioniert – wenn der neue Mitarbeiter Deutsch spricht, Zeit hat mitzulaufen, und der erfahrene Kollege pädagogisches Talent besitzt.

Bei Zeitarbeitskräften treffen diese Bedingungen fast nie zu:

Voraussetzung

Realität bei Zeitarbeit

Neue Kraft spricht Deutsch

Oft Polnisch, Rumänisch, Ukrainisch oder Türkisch

Einarbeitung dauert 2–3 Wochen

Zeitarbeiter sollen am ersten Tag produktiv sein

Fester Einweiser verfügbar

Vorarbeiter hat gleichzeitig eine Linie zu fahren

Wissen wird einmal vermittelt

Dieselbe Einarbeitung findet jede Woche neu statt

Schulungsnachweis wird dokumentiert

„Hat der Meister dem Neuen mal gezeigt" – keine Dokumentation

Das Problem ist nicht die Zeitarbeit selbst. Das Problem ist, dass die Einarbeitungsprozesse für eine Welt gebaut wurden, in der Mitarbeiter jahrelang bleiben. Diese Welt gibt es am Shopfloor nicht mehr.

Die versteckten Kosten der „schnellen Einarbeitung"

Viele Betriebe akzeptieren die Situation als gegeben: „So ist das halt mit Leiharbeitern." Aber die Kosten, die dabei entstehen, werden selten gegengerechnet.

1. Produktivitätsverlust in der Anlernzeit

Eine Zeitarbeitskraft, die nicht richtig eingearbeitet wurde, arbeitet in den ersten Tagen mit 50–70 % der normalen Geschwindigkeit – wenn überhaupt. Bei einer Linie, die 200 Einheiten pro Schicht produzieren soll, fehlen schnell 60–100 Einheiten. Pro Person. Pro Tag.

2. Fehler und Ausschuss

Wer den Prozess nicht kennt, macht Fehler. Falsche Reihenfolge, falsches Material, falsche Einstellung. Jeder dieser Fehler kostet – in Ausschuss, Nacharbeit oder im schlimmsten Fall in einem Produktionsrückruf.

3. Belastung der Stammbelegschaft

Jede Stunde, die ein Vorarbeiter mit der Einarbeitung verbringt, fehlt an der Linie. In Betrieben mit hoher Fluktuation verbringen Schichtleiter bis zu 30 % ihrer Arbeitszeit damit, immer wieder dieselben Prozesse zu erklären – statt die Produktion zu steuern.

4. Sicherheitsrisiken

Ein Mitarbeiter, der eine Sicherheitsunterweisung nicht verstanden hat – weil sie auf Deutsch war und er Rumänisch spricht – ist ein Risiko für sich selbst und für andere.

💰 Rechenbeispiel: Ein Betrieb mit 80 Zeitarbeitskräften pro Jahr, die jeweils 3 Tage länger brauchen als nötig, verliert über 240 Arbeitstage an Produktivität – jedes Jahr. Bei einem durchschnittlichen Wertbeitrag von 250 € pro Tag sind das 60.000 € unsichtbare Kosten, die in keiner Gewinn- und Verlustrechnung auftauchen.

Die Sprachbarriere: Der größte Multiplikator des Problems

In deutschen Produktionsbetrieben arbeiten Menschen aus 15, 20 oder mehr Nationen zusammen. Zeitarbeitskräfte kommen häufig aus Polen, Rumänien, der Ukraine, der Türkei oder Syrien.

Die Arbeitsanweisungen? Auf Deutsch. Die Sicherheitsunterweisung? Auf Deutsch. Die Erklärung des Vorarbeiters? Auf Deutsch – oft im sächsischen, schwäbischen oder bayerischen Dialekt.

Das ist keine Sprachbarriere. Das ist eine Wissensmauer. Und sie steht zwischen dem neuen Mitarbeiter und dem Prozess, den er sicher und korrekt ausführen soll.

Klassische Lösungen wie übersetzte Handbücher oder mehrsprachige PowerPoint-Folien scheitern in der Praxis. Sie sind veraltet, bevor sie gedruckt sind. Und ein Dokument auf Polnisch hilft nicht, wenn der nächste Leiharbeiter Ukrainisch spricht.

Was Betriebe brauchen, sind Arbeitsanweisungen, die sich automatisch in die Sprache des Mitarbeiters übersetzen – in Bild, Ton und Text. Ohne manuellen Übersetzungsaufwand. Ohne Verzögerung.

Warum die Lösung nicht „mehr Personal" heißt

Der Reflex vieler Betriebe: „Wir brauchen mehr Einweiser." Aber mehr Personal für die Einarbeitung löst das Problem nicht – es verschiebt es nur.

  • Einweiser sind selbst Mangelware. Die besten Vorarbeiter werden gebraucht, um die Produktion zu steuern – nicht um zum fünften Mal diese Woche die Verpackungslinie zu erklären.

  • Persönliche Einarbeitung skaliert nicht. Wenn 10 neue Leiharbeiter am Montag kommen, kann ein Einweiser nicht 10 Leute gleichzeitig anlernen.

  • Qualität schwankt. Jeder Einweiser erklärt anders. Was Schichtleiter A zeigt, widerspricht manchmal dem, was Schichtleiter B gestern erklärt hat.

Die Lösung liegt nicht in mehr Menschen, sondern in einem System, das Wissen unabhängig von einzelnen Personen verfügbar macht – jederzeit, in jeder Sprache, in gleichbleibender Qualität.

Ein anderer Ansatz: Einarbeitung, die am ersten Tag funktioniert

Stellen Sie sich vor, ein neuer Zeitarbeiter kommt Montagmorgen ins Werk. Statt einer dreistündigen Unterweisung auf Deutsch passiert Folgendes:

  1. QR-Code scannen. An jeder Maschine, jeder Linie, jedem Arbeitsplatz hängt ein QR-Code. Der neue Mitarbeiter scannt ihn mit dem Tablet oder Smartphone.

  2. Video-Arbeitsanweisung ansehen. Er sieht ein kurzes Video, das zeigt, wie der Prozess Schritt für Schritt funktioniert – in seiner Muttersprache. Kein Text, kein Handbuch. Echte Bilder, echte Handgriffe, erklärt in Ukrainisch, Polnisch, Rumänisch oder einer von über 30 Sprachen.

  3. Verständnis prüfen. Nach dem Video beantwortet er fünf kurze Quizfragen. Erst wenn er sie besteht, gilt die Einarbeitung als dokumentiert – auditfähig, nachvollziehbar, versioniert.

  4. Loslegen. Der Mitarbeiter arbeitet. Wenn er unsicher ist, scannt er den Code erneut. Das Video ist immer da – 24/7, in jeder Schicht.

Das Ergebnis: Die Einarbeitungszeit sinkt dramatisch. Der Vorarbeiter wird entlastet. Und der Schulungsnachweis ist automatisch dokumentiert – für das nächste Audit.

Von der Illusion zur Realität

Die Vorstellung, dass Zeitarbeitskräfte „einfach so" produktiv werden, ist eine Illusion. Aber die Vorstellung, dass Einarbeitung kompliziert, teuer und zeitraubend sein muss, ist es genauso.

Die Technologie existiert, um Prozesswissen einmal festzuhalten und unbegrenzt zu skalieren – über Sprachen, Schichten und Standorte hinweg. Betriebe, die diesen Schritt gehen, berichten von bis zu 70 % kürzeren Anlernzeiten und einer spürbaren Reduktion von Bedienfehlern. Studien der Brandon Hall Group bestätigen: Unternehmen mit strukturiertem Onboarding steigern die Produktivität neuer Mitarbeitender um bis zu 50 % und erhöhen die Verbleibquote auf 69 % über drei Jahre.²

Die Frage ist nicht, ob Sie es sich leisten können, in digitale Arbeitsanweisungen zu investieren. Die Frage ist, ob Sie es sich leisten können, jeden Monat dieselbe Einarbeitung manuell zu wiederholen – mit all den Kosten, Risiken und Engpässen, die das mit sich bringt.

Zeitarbeit ist nicht das Problem. Fehlende Systeme sind es.

Zeitarbeit und Leiharbeit werden in der deutschen Fertigung nicht weniger. Im Gegenteil: Der Fachkräftemangel wird sie weiter verstärken. Unternehmen, die jetzt in skalierbare, mehrsprachige Einarbeitungssysteme investieren, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil.

Nicht irgendwann. Jetzt. Denn der nächste Montagmorgen mit drei neuen Gesichtern an der Linie kommt bestimmt.

Quellen

¹ Bundesagentur für Arbeit, Entwicklungen in der Zeitarbeit, 2025. statistik.arbeitsagentur.de

² Brandon Hall Group, The True Cost of a Bad Hire / The Impact of Onboarding, 2023. brandonhall.com

Kraka ist die Plattform, die Prozesswissen in der Fertigung sichtbar, zugänglich und skalierbar macht. Von der Videoaufnahme über KI-Übersetzung bis zur auditierbaren Schulung – alles in einer Lösung. Mehr erfahren auf gokraka.com.

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